Emilie Turecek  (30. 6. 1846 - 13. 5. 1889)

 

Die "Fiaker Milli" kam mit ihrem männlichen und weiblichen Anhang überall dorthin, wo es "a Hetz und a Gaudi" gab, und stellte dann buchstäblich alles auf den Kopf.

Sie war fesch und übermütig und verlor an jedem Abend die Herrschaft über ihr heissblütiges Temperament. immer war die Fiakermilli die intellektuelle Urheberin der nächtlichen Orgien, wo sie auftauchte wusste sie die "Festordnung" umzustoßen und durch zügelloses treiben eine

Ulkstimmung hervorzurufen.

Nicht allzulange leuchtete der der Glücksstern der übermütigen Fiakermilli. Das wüste Leben rächte sich und in der Blüte der Jahre wurde die viel umworbene

Bringerin der Lust abberufen.

"Leberentartung" war als Todesursache angegeben. Am 18. Mai 1889 setzte man den Leichnam der Fiaker Milli am  Dornbachen Friedhof in einem Schachtgrabe bei...  

 

aus "Das Wiener Volkssängertum in alter und neuer Zeit" von Josef Koller 

 

"Das Vaterland - Zeitung für die österreichische Monarchie" Ausgabe 3. Juni 1889

Notiz über das Ableben der Fiaker Milli.